Baukasten im Baukasten: Elementor und Co.
Fast jede WordPress-Website, die ich übernehme, läuft heute mit einem Seiten-Baukasten – meist Elementor, manchmal Divi oder WPBakery. Sie sind beliebt, weil man damit ohne Programmierung Seiten zusammenschiebt. Der Preis dafür steht selten dabei:
- Sie werden langsam. Ein Baukasten legt um jeden Absatz mehrere Ebenen. Aus zehn Zeilen Text werden hundert Zeilen Code – das merkt man auf dem Mobilfunknetz.
- Sie binden. Schaltet man den Baukasten ab, bleibt oft ein Trümmerfeld aus Platzhaltern zurück. Ein Wechsel ist dann kein Wechsel, sondern ein Neubau.
- Sie erzeugen Wartung. Ein weiteres großes Plugin, das Updates braucht und mit anderen Plugins kollidieren kann.
Ich baue Seiten deshalb direkt im Theme auf, mit den Bordmitteln von WordPress. Sie können Texte und Bilder trotzdem selbst pflegen – nur eben ohne die Zwischenschicht. Wenn Ihre Seite bereits mit Elementor läuft, ist das kein Ausschlusskriterium: Ich arbeite damit weiter, statt Ihnen einen Neubau zu verkaufen, den Sie nicht bestellt haben.
WordPress.org oder WordPress.com?
Zwei ähnliche Namen, zwei verschiedene Dinge – das sorgt regelmäßig für Verwirrung.
- WordPress.org ist die freie Software. Sie läuft bei einem Hoster Ihrer Wahl, Sie besitzen die Dateien und die Datenbank, jedes Plugin ist möglich. Das ist der Weg, den ich gehe.
- WordPress.com ist ein kommerzieller Dienst auf dieser Software. Bequem, aber mit Grenzen: Eigene Plugins gibt es erst in höheren Tarifen, und der Umzug zu einem anderen Anbieter ist umständlich.
Wer später einen Shop, eine Schnittstelle zur Warenwirtschaft oder ein eigenes Buchungssystem braucht, ist mit der freien Variante besser aufgestellt.
Plugins: so wenige wie möglich
Jedes Plugin ist fremder Programmcode in Ihrer Website. Es kann veralten, verkauft werden oder eine Lücke aufreißen. Zwanzig Plugins sind zwanzig Abhängigkeiten, die jemand im Blick behalten muss.
Meine Regel: Was sich mit zehn Zeilen im Theme lösen lässt, wird nicht zum Plugin. Was ein Plugin braucht, bekommt eines – aber ein gepflegtes mit großer Nutzerzahl, nicht das erstbeste aus der Suche. Und zu jeder Installation gehören automatische Backups, die auch außerhalb des Servers liegen. Eine Sicherung neben der Website nützt wenig, wenn der Server das Problem ist.