Der Hebel, den die meisten übersehen
Gab es den Auftrag überhaupt? Google muss einer begründeten Beanstandung nachgehen und beim Verfasser Nachweise anfordern. Bleibt die Antwort aus, verschwindet die Rezension – und das gilt auch dann, wenn der Text nur eine Meinung ist. Wer seine Aufträge sauber dokumentiert, hat hier den kürzesten Weg. Bei Rezensionen unter Fantasienamen ist das oft der einzige, der funktioniert.
Melden ist nicht Beanstanden
Der Knopf „Als unangemessen melden“ im Profil ist ein Automat mit dünner Trefferquote. Der Weg, der Google wirklich zur Prüfung zwingt, führt über das Formular für rechtliche Beanstandungen. Dort muss konkret stehen, welche Aussage falsch ist – ein pauschales „unfair“ erledigt sich von selbst.
Was mehr bringt als jede Löschung
- Öffentlich antworten, sachlich und kurz. Nutzer lesen die Antwort häufiger als die Bewertung – sie zeigt, wie Sie mit Ärger umgehen.
- Laufend echte Rezensionen einsammeln. Ein Stern bei acht Bewertungen ist ein Drama, bei sechzig ein Rundungsfehler.
- Nicht diskutieren. Wer sich öffentlich rechtfertigt, verlängert die Geschichte nur und schiebt sie in der Anzeige nach oben.
Und eine Warnung: Dienste, die gegen Vorkasse jede Bewertung wegzaubern wollen, versprechen etwas, das niemand halten kann. Google entfernt nur, was gegen die Richtlinien oder gegen das Recht verstößt.
Was ich übernehme – und was nicht
Ich sehe mir die Rezension an, melde Richtlinienverstöße, formuliere Ihre Antwort und richte ein, wie Sie dauerhaft echte Bewertungen bekommen. Für den rechtlichen Weg – Abmahnung, einstweilige Verfügung – gehört ein Anwalt dazu. Ich sage Ihnen, wann dieser Punkt erreicht ist, statt es selbst zu versuchen.
Woran es in der Praxis hakt
Diese Punkte sehe ich mir an, wenn ich ein Profil prüfe. Es sind die Stellen, an denen es bei den meisten Unternehmen klemmt – und jede einzelne ist ohne Fachwissen zu beheben:
- Hauptkategorie falsch gewählt. Der folgenreichste Fehler überhaupt – sie entscheidet mehr als jeder Text darüber, bei welchen Suchanfragen Sie erscheinen.
- Leistungen und Produkte nicht gepflegt. Ein leeres Feld, in das die eigenen Begriffe gehören – und eine der wenigen Stellen, an denen Sie steuern, zu welchen Informationen Ihr Unternehmen erscheint.
- Öffnungszeiten ohne Feiertagsregelung. Google fragt danach und weist ungepflegte Profile sichtbar darauf hin.
- Keine oder veraltete Fotos. Häufig nur das Logo. Bilder der eigenen Arbeit, der Räume und der Produkte wirken deutlich stärker – und sie erscheinen auch in Maps.
- Fragen von Nutzern unbeantwortet. Jeder kann Fragen stellen – und jeder kann sie beantworten. Auch Fremde.
- Bewertungen ohne Antwort. Auch die guten. Eine Antwort kostet zwei Sätze und wird gelesen.
- Einzugsgebiet nicht hinterlegt. Wichtig für alle Unternehmen, die zum Kunden fahren statt Kunden zu empfangen.
- Website-Verweis ohne Kennzeichnung. Ohne Parameter lässt sich nicht auswerten, wie viele Besucher über das Profil kommen.
Bewertungen: der Teil, den niemand gern anfasst
Bewertungen sind der stärkste einzelne Hebel – und der, bei dem am meisten Unsinn verkauft wird. Deshalb klar: Gekaufte Bewertungen sind wettbewerbswidrig, werden von Google erkannt und können das Profil kosten. Finger weg, auch wenn es jemand am Telefon anbietet.
Was funktioniert, ist unspektakulär: fragen – im richtigen Moment, mit einem kurzen Weg dorthin. Direkt nach einem gelungenen Auftrag, mit einem Link oder QR-Code, der ohne Suchen zum Bewertungsfenster führt. Diesen Link richte ich Ihnen ein.
Und antworten Sie auf jede Bewertung. Bei den guten reicht ein Satz. Bei den schlechten entscheidet die Antwort darüber, wie ein Dritter die Sache liest – sachlich bleiben, kurz halten, nicht rechtfertigen.
Vorsicht bei Anrufen „Ihr Eintrag läuft ab“
Fast jeder Betrieb mit Profil kennt diese Anrufe: angeblich läuft der Eintrag aus, angeblich droht die Löschung, angeblich hilft nur ein kostenpflichtiges Paket. Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und läuft nicht ab. Es gibt keine Gebühr, keine Verlängerung und keinen Grund, am Telefon etwas zu unterschreiben.