Plakate & Poster

Plakatmaße und Plakatgrößen – alle Formate im Überblick

DIN A0 bis A6, City-Light-Poster, Großfläche: Hier stehen die Maße in Millimetern und Zentimetern – und dazu das, was die Maßzahl allein nicht beantwortet. Welches Format aus welcher Entfernung wirkt, wie viel Beschnitt die Druckerei braucht und wie groß Ihre Bilddatei sein muss.

Grafikdesigner aus Bochum, seit 2004Maße geprüft nach DIN 476 / ISO 216
Größenvergleich der Plakatformate DIN A0 bis A4 mit Maßangaben in Millimetern
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Alle Plakatformate auf einen Blick

Plakatmaße folgen der Reihe DIN A (genormt in DIN 476, international ISO 216). Die Angabe in Millimetern ist die verbindliche; Zentimeter stehen daneben, weil danach gesucht wird.

Format Millimeter Zentimeter Typischer Einsatz
DIN A0 841 × 1189 mm 84,1 × 118,9 cm Veranstaltungsplakat, Schaufenster, Messewand
DIN A1 594 × 841 mm 59,4 × 84,1 cm Das häufigste Plakatformat überhaupt
DIN A2 420 × 594 mm 42,0 × 59,4 cm Innenaushang, Vereinsheim, Ladenlokal
DIN A3 297 × 420 mm 29,7 × 42,0 cm Aushang am schwarzen Brett, Speisekarte
DIN A4 210 × 297 mm 21,0 × 29,7 cm Kein Plakat mehr – ein Aushang
DIN A5 148 × 210 mm 14,8 × 21,0 cm Handzettel, Beilage
DIN A6 105 × 148 mm 10,5 × 14,8 cm Postkarte

Dazu die Formate der Außenwerbung, die nicht der A-Reihe folgen, sondern in Bogen gerechnet werden:

Format Maße Wo es hängt
City-Light-Poster (4/1) 118,5 × 175 cm Beleuchtet im Wartehaus, an Haltestellen
Großfläche (18/1) 356 × 252 cm Plakatwand an Straßen, Baustellen
Ganzsäule (6/1 bis 8/1) je nach Säule Litfaßsäule, rundum beklebt

Warum die Maße so krumm aussehen

841 × 1189 wirkt willkürlich, ist aber das Gegenteil davon. Der Reihe liegen zwei Regeln zugrunde:

  • DIN A0 hat genau einen Quadratmeter Fläche. Das ist der Ausgangspunkt, und daraus ergeben sich alle anderen Zahlen.
  • Jedes Format ist die Hälfte des vorherigen – längs halbiert. A1 ist ein halbierter A0-Bogen, A2 ein halbierter A1, und so weiter.

Damit das Seitenverhältnis beim Halbieren gleich bleibt, muss es genau √2 zu 1 betragen, also rund 1,414 zu 1. Das ist der eigentliche Trick der Norm: Sie können jedes Motiv verkleinern oder vergrößern, ohne dass etwas abgeschnitten wird oder Ränder entstehen. Ein A1-Plakat wird ohne Umbau zum A3-Aushang.

Genau deshalb passt ein Foto nicht ohne Weiteres auf ein Plakat: Übliche Kameraformate haben ein Verhältnis von 3:2 oder 4:3, nicht 1,414:1. Wer ein Bild formatfüllend auf A2 bringen will, muss beschneiden – oder mit einem Rand leben.

Von der Größe zur Druckdatei

Das Maß allein reicht der Druckerei nicht. Drei Angaben entscheiden darüber, ob die Datei ohne Rückfrage angenommen wird.

Beschnitt: 3 Millimeter rundum

Papier verrutscht beim Schneiden um Haaresbreite. Damit am Rand kein weißer Blitzer entsteht, wird das Motiv über das Endformat hinaus angelegt – bei den meisten Druckereien um 3 mm auf jeder Seite. Ein A1-Plakat wird also als 600 × 847 mm angelegt, ein A2 als 426 × 600 mm.

Umgekehrt gilt: Halten Sie mit allem Wichtigen – Text, Logo, Datum – mindestens 5 mm Abstand zum Rand. Was zu dicht steht, kann angeschnitten werden.

Auflösung: weniger Pixel als gedacht

Die verbreitete Regel „immer 300 dpi“ stammt aus dem Kleinformat. Bei Plakaten wird sie schnell absurd – ein A0 in 300 dpi wäre rund 9.900 × 14.000 Pixel und eine Datei von mehreren hundert Megabyte.

Maßgeblich ist der Betrachtungsabstand:

  • Zum Anfassen (Aushang, Speisekarte, A4 bis A3): 300 dpi.
  • Ein bis zwei Meter Abstand (A2 bis A0 im Innenraum): 150 dpi genügen. Ein A1 braucht dann rund 3.500 × 4.970 Pixel.
  • Aus der Entfernung (Großfläche, Bauzaun): 50 bis 100 dpi reichen. Deshalb wirken Großplakate aus der Nähe grob und aus zwanzig Metern gestochen scharf.

Farbe und Format

Druckdaten gehören in CMYK, nicht RGB – was am Bildschirm leuchtet, wird im Druck dunkler. Geliefert wird eine PDF-Datei mit eingebetteten Schriften; Schrift in Pfade umzuwandeln ist der sichere Weg, wenn die Druckerei ungewöhnliche Schriften nicht kennt.

Wenn Ihnen das zu viel Technik ist: Genau das nehme ich Ihnen ab. Ich lege die Daten druckfertig an und stimme sie mit Ihrer Druckerei ab – Plakat gestalten lassen.

Welche Größe wofür? Nach Abstand entscheiden

Die Formatfrage ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Entfernung, aus der gelesen wird. Als Anhalt: Auf einen Meter Leseabstand braucht die Schrift etwa 5 Millimeter Höhe.

  • A3 – man steht direkt davor. Schwarzes Brett, Ladentür, Vereinsheim. Hier darf auch der Kleingedruckte Platz haben.
  • A2 – zwei bis drei Meter. Schaufenster von innen, Aushang im Flur. Eine Aussage, ein Bild, das Datum.
  • A1 – fünf Meter und mehr. Der Normalfall für Veranstaltungen: groß genug für Fernwirkung, noch günstig im Druck.
  • A0 – wenn es auffallen muss und Platz da ist. Messe, Foyer, Bauzaun.
  • Großfläche 18/1 – aus dem fahrenden Auto. Sieben Wörter sind hier schon viel.

Ein häufiger Fehler: dasselbe Motiv für A3 und A0 zu verwenden. Was auf A3 angenehm gefüllt aussieht, wirkt auf A0 überladen – und umgekehrt verliert sich ein A0-Entwurf auf A3 im Weißraum. Wird ein Motiv in mehreren Größen gebraucht, lege ich es von Anfang an so an, dass es mitwächst.

Poster an der Wand: Rahmen, Abstand, Wirkung

Nicht jedes Plakat ist Werbung. Wer ein Poster fürs Wohnzimmer oder Büro sucht, hat andere Fragen – und für die gelten dieselben Maße, aber andere Regeln.

  • Die Wand entscheidet, nicht der Raum. Als Faustregel füllt ein Bild etwa zwei Drittel der Breite des Möbels, über dem es hängt. Über einem 160 cm breiten Sofa wirkt ein A1 im Hochformat verloren – quer gehängt oder als A0 sitzt es.
  • Augenhöhe ist Mitte auf 145 Zentimeter. Der Museumsstandard, und er funktioniert auch zu Hause. Die häufigste Fehlplatzierung ist zu hoch.
  • Rahmen brauchen Zugabe. Ein Passepartout schluckt am Rand mehrere Zentimeter des Motivs. Wer randscharf drucken lässt und dann rahmt, verliert Teile des Bildes – besser vorher entscheiden.
  • Kleine Formate wollen Gesellschaft. Ein einzelnes A4 an einer großen Wand wirkt wie vergessen. Entweder größer wählen oder mehrere gleiche Größen gruppieren, mit gleichem Abstand.

Bei Postern gilt außerdem: Mattes Papier spiegelt nicht. In Räumen mit Fenster gegenüber der Wand ist das wichtiger als jede Farbentscheidung.

Außenwerbung: Litfaßsäule, City-Light, Großfläche

Die Formate der Außenwerbung rechnen nicht in DIN, sondern in Bogen – ausgehend vom A1-Bogen. Ein 4/1-Plakat entspricht vier davon.

An der Litfaßsäule hängen Plakate in 1/1, 2/1, 4/1, 6/1 und 8/1. Bucht ein einzelner Kunde die ganze Säule, spricht man von der Ganzsäule; üblich sind dann 6/1 und 8/1, gelegentlich 4/1 oder 12/1. Ist das Motiv um die gesamte Säule gespannt, heißt das Rundumklebung – eine Unterteilung ist dann nicht mehr zu erkennen.

Das City-Light-Poster ist eine Besonderheit: Es wird nicht geklebt, sondern hinter Glas ausgehängt und von hinten beleuchtet. Dafür war eine Standardisierung nötig, deshalb gibt es nur ein Maß – 118,5 × 175 cm, gedruckt auf lichtdurchlässiges Papier. Motive, die auf Papier funktionieren, können im Gegenlicht flau wirken; dunkle Flächen halten hier besser als helle.

Die Großfläche (18/1) misst 356 × 252 cm und ist das meistgenutzte Format der Plakatwerbung – verbreitet genug für bundesweite Kampagnen, etwa bei Wahlplakaten. Die riesigen Billboards, wie man sie aus den USA kennt, gibt es in Deutschland in dieser Form nicht.

Großplakat an einer Autobahn bei Bangkok, rund zwanzig Meter hoch
Großformat jenseits deutscher Maße: Diese Tafel an einer Autobahn bei Bangkok misst gut zwanzig Meter in der Höhe.

Häufig gestellte Fragen zu Plakatmaßen

Welche Maße hat DIN A2?

420 × 594 mm, also 42,0 × 59,4 cm. Es ist genau die Hälfte von A1 und das Doppelte von A3. Für den Druck wird es mit 3 mm Beschnitt als 426 × 600 mm angelegt.

Welche Maße hat DIN A1?

594 × 841 mm oder 59,4 × 84,1 cm. A1 ist das häufigste Plakatformat: groß genug für Fernwirkung ab etwa fünf Metern, im Druck aber noch günstig.

Wie groß ist ein Poster normalerweise?

Im Handel sind A2 (42 × 59,4 cm) und A1 (59,4 × 84,1 cm) die gebräuchlichsten Größen. Daneben laufen Zwischenmaße wie 50 × 70 cm und 30 × 40 cm, die nicht der DIN-Reihe folgen – wichtig, wenn ein Rahmen dazu passen soll.

Wie viele Pixel braucht ein A1-Plakat?

Bei 150 dpi rund 3.500 × 4.970 Pixel. Das genügt für Plakate, die aus ein bis zwei Metern betrachtet werden. Nur bei Drucksachen, die man in die Hand nimmt, sind 300 dpi nötig.

Wie viel Beschnitt braucht ein Plakat?

Bei den meisten Druckereien 3 mm rundum. Wichtige Inhalte sollten zusätzlich 5 mm Abstand zum Rand halten, damit beim Schneiden nichts verlorengeht.

Welche Plakatarten gibt es?

Nach Format: die DIN-Reihe von A3 bis A0 sowie Sonderformate wie City-Light-Poster und 18/1-Großfläche. Nach Einsatzort: Innenplakate für Schaufenster, Messen und Veranstaltungsräume oder Außenwerbung mit wetterfestem Druck. Nach Zweck: Werbe-, Veranstaltungs-, Film-, Wahl- und Informationsplakate – jede Art mit eigenen Anforderungen an Lesbarkeit.

Welche Maße hat ein City-Light-Poster?

118,5 × 175 cm. Es hängt beleuchtet in Wartehäuschen und an Haltestellen und wird auf lichtdurchlässiges Papier gedruckt.

Ab wann ist es kein Plakat mehr?

Ab A4 spricht man vom Aushang oder Handzettel. Die Grenze ist nicht genormt, sondern praktisch: Was man in die Hand nimmt statt es anzusehen, ist kein Plakat mehr. Zu Formaten unterhalb davon finden Sie mehr unter Flyermaße und Formate.

Der Größenvergleich braucht JavaScript. Alle Maße stehen in der Tabelle darunter.

Plakat gestalten lassen

Maße sind der einfache Teil. Ob ein Plakat aus zehn Metern gelesen wird, entscheidet sich an Schriftgröße, Kontrast und daran, wie viel weggelassen wurde. Als Grafikdesigner aus Bochum gestalte ich Plakate für Fernwirkung und lege die Druckdaten fertig an – siehe Werbeplakate gestalten lassen und Tipps zur Plakatgestaltung.