Was ein Plakat leisten muss
Gutes Design ist hier keine Geschmacksfrage, sondern Handwerk. Plakatwerbung funktioniert anders als jede andere Werbeform: Der Betrachter geht vorbei, fährt vorbei, hat keine Zeit und kein Interesse. Alles, was auf einem Plakat steht, muss diesen Umstand aushalten.
- Eine Botschaft, nicht fünf. Wer alles unterbringen will, bringt nichts unter. Die zweite Information wird schon nicht mehr gelesen.
- Fernwirkung vor Detail. Was am Bildschirm in 100 % gut aussieht, verschwindet aus zehn Metern. Ich prüfe jeden Entwurf verkleinert – das ist der ehrlichere Test.
- Blickführung. Auge zuerst zum Bild, dann zur Aussage, dann zum Absender. Diese Reihenfolge entsteht durch Größe und Kontrast, nicht durch Zufall.
- Ein klarer nächster Schritt. Datum, Ort, Adresse, QR-Code – was soll jemand tun, der stehen bleibt?
- Kontrast, der auch bei Sonne trägt. Zarte Farbabstufungen sind eine Bildschirmangelegenheit; draußen gewinnt der harte Unterschied.
Formate und Einsatzorte
Welches Format sinnvoll ist, entscheidet der Ort, nicht der Geschmack. A1 hängt als Poster im Schaufenster und im Vereinsheim, City-Light steht beleuchtet an der Haltestelle, Großflächen wirken aus der Entfernung entlang von Straßen. Alle gängigen Maße mit Einsatzort stehen im Nachschlagewerk zu den Plakatmaßen und Plakatgrößen.
Wird dasselbe Motiv in mehreren Größen gebraucht, lege ich es von Anfang an so an, dass es mitwächst – ein A1-Entwurf einfach auf Großfläche hochzuziehen geht selten gut.
Material und Anbringung
Beim Plakat hängt das Material am Ort, nicht am Geschmack. Dieselbe Gestaltung braucht drinnen und draußen unterschiedliche Werkstoffe – und wer das erst bei der Druckerei klärt, hat die Daten oft schon falsch angelegt.
- Drinnen genügt Affichenpapier oder ein mattes Plakatpapier. Matt ist hier fast immer die bessere Wahl: Unter Deckenleuchten spiegelt eine glänzende Oberfläche so stark, dass halbe Flächen unlesbar werden.
- Draußen braucht es blaubeschichtetes Papier, damit der alte Anschlag darunter nicht durchscheint, oder wetterfeste Folie für Bauzäune und Schaufenster.
- Rollbare Aufsteller sind kein Plakat im engeren Sinn, werden aber oft gemeinsam gebraucht – Messe, Tag der offenen Tür, Empfang. Das Format ist schmal und hoch, und die unteren 40 Zentimeter verschwinden hinter Köpfen. Alles Wichtige gehört nach oben.
Bei allen Materialien gilt dieselbe Probe: Ich prüfe jeden Entwurf verkleinert auf Handflächengröße. Was dann noch lesbar ist, bleibt es auch aus zehn Metern – was verschwimmt, wäre am Anschlagbrett verloren.
Wovon der Preis abhängt
Eine Pauschale wäre geraten. Was den Aufwand bestimmt:
- Format und ob ein Motiv für mehrere Größen angelegt werden muss
- Anzahl der Motive – eine Reihe ist günstiger als fünf Einzelstücke
- Ob Bildmaterial vorliegt oder beschafft, freigestellt oder bearbeitet werden muss
- Ob Logo, Farben und Schrift schon feststehen oder das Design erst entsteht
- Wie viele Korrekturschleifen realistisch sind – zwei sind eingerechnet
Nach einem kurzen Gespräch bekommen Sie einen Festpreis, schriftlich und vor Beginn.
So läuft ein Auftrag ab
- Gespräch. Anlass, Zielgruppe, Ort, Stückzahl, Termin. Bei Veranstaltungen rechnen wir rückwärts: Aushängen, Druck, Freigabe, Entwurf.
- Entwurf. Ein bis zwei Richtungen als PDF – einmal in Originalgröße und einmal stark verkleinert, damit Sie die Fernwirkung beurteilen können.
- Korrektur. Zwei Schleifen sind im Preis. Textänderungen kosten nicht extra.
- Druckdaten. Druckfertiges PDF mit Anschnitt und in CMYK. Auf Wunsch spreche ich direkt mit Ihrer Druckerei.